Unsere Position zun Radverkehrskonzept Neu-Ulm

Kreisverband Radverkehr

Im Januar 2017 wurde das von Büro Kaulen erstellte Radverkehrskonzept für die Stadt Neu-Ulm im projektbegleitenden Arbeitskreis beraten. Auch der ADFC Neu-Ulm ist in diesem Gremium vertreten. Daher haben wir zu dem Konzept die unten angefügte Stellungnahme abgegeben.

Wer für mehr Radverkehr in unseren Städten eintritt, muss auch Platz dafür schaffen – auch und gerade zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs. Bisher scheint das längst noch nicht bei allen Neu-Ulmer Verantwortlichen angekommen zu sein. Das von Büro Kaulen vorgelegte Radverkehrskonzept schafft nun erstmals eine einheitliche Gesamtplanung für den Radverkehr, die auch die wichtigen Bereiche Information, Kommunikation und Service beinhaltet. Dabei berücksichtigen die Vorschläge auch die zukünftig zu erwartende Entwicklung des Radverkehrs. Der ADFC wird sich nun verstärkt dafür einsetzen, das Konzept verkehrspolitisch durch- und umzusetzen.

Seit Jahren stagniert der Radverkehrsanteil in Neu-Ulm bei ca. 14 Prozent. Um mehr Menschen auf’s Rad zu locken, müssen die Radverkehrsanlagen von allen Benutzergruppen als sicher und komfortabel empfunden werden. Gibt es z.B. keine durchgängigen, gut ausgebauten Nord-Süd-Achsen, so bleiben Einzelmaßnahmen Stückwerk und halten Viele davon ab, auf’s Rad umzusteigen. Den größten Handlungsbedarf sehen wir dabei in der Memminger Straße und Reuttier Straße als Hauptrouten durch die Stadt. Die in die Jahre gekommenen Radverkehrsführungen müssen dringend verbessert werden und von der Bahnhofstraße bis zur Gänstorbrücke fehlen Radverkehrsführungen an der Reuttier Straße gänzlich, trotz sehr hohen Verkehrsaufkommen.

Eine zukunftsfähige Planung muss auch Platz für steigenden Radfahrerzahlen und geänderte Nutzungsszenarien lassen. So brauchen z.B. Elektrofahrräder und Anhänger wesentlich mehr Platz auf den Straßen. Die staatlichen "Empfehlungen für Radverkehrsanlagen" (ERA) können da nur Anhaltspunkt bzw. Minimalvorgabe sein. Bei hoher Verkehrsbelastung setzt sich der ADFC für eine separate Radverkehrsführung durch Radfahrstreifen oder getrennte Radwege stark. Wo dies baulich nicht möglich ist, sollte das Tempo generell auf 30 km/h (im Einzelfall auf 20 km/h) reduziert werden. Beispiele sind die Augsburger, Hermann-Köhl-, Ludwig- und Bahnhofstraße sowie die Meininger Allee.

Stellungnahme März 2017

© ADFC Ulm / Alb-Donau 2017